Energiewende live erlebt…

(Frank Skibinski) Mit einer Gruppe von 8 Personen hat sich die CDU Dettenheim am 22.11.2018 bei einer mehrstündigen Führung im Kernkraftwerk Philippsburg (KKP) informiert, wie das Kraftwerk organisiert ist und funktioniert. Die Technik ist beeindruckend. Mit Helmen und weißen Kitteln machten wir uns auf den Weg ins Reaktorgebäude. Am herausforderndsten waren die Sicherheitsschleusen im Kontrollbereich. Nur wer es schaffte das vorgegebene Prozedere zu absolvieren, hatte ein Chance die Schleuse zu passieren.

Viel Geld und Zeit wird in Ausbildung und ständige Weiterbildung der Mitarbeiter investiert. Fast unvorstellbar im digitalen Zeitalter, aber der gesamte Leitstand ist aus gutem Grund analog. Bis zum – bis das Kraftwerk abgebaut ist – wird das auch so bleiben.

Der Betrieb des KKP ist in weiten Teilen CO2-neutral. Bis jetzt steht in Deutschland keine alternative Energie zur Verfügung die zuverlässig, ganzjährig, witterungsunabhängig CO2 neutralen Strom zur Verfügung stellt. Deutschland wird zukünftig verstärkt Energie importieren müssen. Deutschland wird dadurch international weiter abhängig.

Die Kraftwerksabschaltung klärt nicht die Frage der endgültigen Abfallentsorgung. Die Strahlung und das damit mutmaßliche Risiko verschwindet damit auch nicht augenblicklich. Es wird Jahrzehnte dauern, die Anlagen abzubauen und noch länger bis der Abfall nicht mehr strahlt. Ob ein neues Endlager gefunden wird oder die Zwischenlager zu Endlagern werden ist offen. Offen ist aber auch, wie man verbrauchte Solarzellen mit Schwermetallen oder verschlissene Windkrafträder aus Verbundstoffen entsorgt oder recycelt.

Alle Teilnehmer waren sich einig. Argumente gibt es für und wider Atomkraft. Fakt ist, Deutschland hat die Technologie im Griff. Im KKP haben sich Ingenieure sehr viele Gedanken gemacht, was für den sicheren Betrieb einer solchen Anlage zu tun ist. Die EnBW versucht das Wissen ihrer Mitarbeiter in neue Geschäftsfelder zu entwickeln, um ihnen eine berufliche Perspektive zu ermöglichen. Ob man so überhastet hat aussteigen müssen und was es gebracht hat, werden vermutlich nicht mal die Enkel unserer Enkel wissen.

Wir bedanken uns bei der EnBW für die Zeit und vielen Informationen und Eindrücke, die wir kurz vor Abschaltung 2019 nochmal sammeln durften.